4
Allgemein

Peter und das Abstrakte – ein Interview

Auf Peter Kosmol bin ich über das “Internet” aufmerksam geworden. Seine abstrakte Fotografie habe ich auf Facebook gesehen und auch seine Kommentare haben mir gut gefallen. So wollte ich ihn entsprechend einmal ausfragen. Wir haben uns direkt gut verstanden, seine Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Das Interview findet Ihr im Folgenden.

1

1. Wie ist dein fotografischer Werdegang?

Ich habe schon zu Schulzeiten mit dem Fotografieren begonnen. Es gab eine Dunkelkammer in unserer Schule und dort habe ich meine ersten Erfahrungen mit der Entwicklung gesammelt. Meine erste Kamera war eine Kodak Retina, die damals schon antik war. Später folgten eine Praktika und ein Minoltanachbau von Seagull. So wie bei vielen Anderen, haben sich nach einer Anfangsphase, in der einfach alles geknipst wurde, Vorlieben herausgebildet. Bei mir liegen diese in den Bereichen Portrait, Street und Abstraktes. Nach einer längeren Pause wurde die Fotografie wieder interessant für mich, als mein Sohn auf die Welt kam, was die damals exorbitante Ausgabe von etwa eintausend Euro für eine Casio Digitalkamera rechtfertigte. Seitdem habe ich mit diversen Modellen versucht, mein Können in den für mich interessanten Bereichen zu verbessern und bin bei Fuji gelandet, weil mir das Retro-Bedienkonzept entgegenkam.

2

2. Was reizt dich an der Fotografie?

Die Fotografie ist für mich in erster Linie ein Mittel, mich kreativ zu betätigen. Ein besonderer Reiz liegt für mich darin, technische und künstlerische Aspekte in Einklang zu bringen. Ein anderer, mit Menschen zu interagieren – sei es bei einer Fotosession oder auch auf der Straße. Desweiteren finde ich den Austausch mit anderen Fotografen reizvoll: Durch die Vielfalt der Themen ergeben sich interessante Gespräche mit Fotografen, deren Schwerpunkte ganz andere sind als meine. Ich würde mich eher als Jäger von Situationen und Stimmungen bezeichnen. Inszenierungen finden bei mir wenn, dann bei der Nachbearbeitung statt. Dennoch habe ich Hochachtung vor Fotografen, die die Geduld aufbringen, ihr Motiv aufwendig in Szene zu setzen, sei es in der Natur-, Makro- oder in der Produktfotografie und tausche mich gerne mit ihnen aus.

5

3. Was reizt dich daran, das Abstrakte zu fotografieren?

Oft sind es Fotos, die man als technisch misslungen bezeichnen würde, in denen ich aber ästhetisches Pontenzial sehe. Das bringt mich dazu, diese zu verfremden – mal mehr, mal weniger. Mitunter gelingen mir dann Bilder, deren Formen und Farben etwas Neues und nicht Reproduzierbares sind oder Interpretationen erlauben, die im urspünglichen Foto nicht so prägnant hervortreten. Allgemein gesprochen reizt mich auch hier das Improvisierte und Zufällige, mit dem ich arbeiten kann, und es ist manchmal mehr der Prozess als das Ergebnis.

6

4. Was war das Ungewöhnlichste, das dir bislang beim Fotografieren passiert ist?

Räuberpistolen kann ich nicht zum Besten geben, allerdings ist die Fotografie für mich insgesamt nichts Gewöhnliches. Es sind viele kleine Momente, die mich weitermachen lassen: Sei es, zum richtigen Zeitpunkt den Auslöser betätigt zu haben, eine besonders gelungene Bearbeitung oder spontane Begegnungen, die sich aus der Knipserei ergeben.

5. Was ist dein nächstes Projekt?

Ein Naturfotograf wird aus mir nicht mehr werden, aber ein brauchbares Mondbild für die Ablage möchte ich doch haben. Nebenher vervollständige ich meine Sammlung asiatischer Touristen in Europa.

GAGAMOTO.

Deine besten Bilder

3